Gewinnerin Hauptpreis: Dr. Anita Idel

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Das provokante Buch „Die Kuh ist kein Klimakiller“ der Hauptpreisträgerin des Salus-Medienpreises 2013, Dr. Anita Idel, hat der Diskussion um die Klimaschädlichkeit der Rinderhaltung eine ganz entscheidende Wende gegeben.

Das ist ein verdienter Erfolg für die bekennende Netzwerkerin, die für ihre Arbeit vor dem „Salus-Medienpreis 2013“ bereits 1993 den Schweisfurth-Forschungspreis für ihr Buch „Gentechnik, Biotechnik und Tierschutz“ entgegen nehmen konnte.

Dr. Idel war Lead-Autorin im Weltagrarrat (International Assessment of Agricultural Science, Knowledge and Technology for Development IAASTD). Die ausgebildete Tierärztin arbeitet als Projektmanagerin und Beraterin für eine nachhaltige Landwirtschaft nach der Devise: Denken und Handeln in fruchtbaren Landschaften. Im Zentrum stehen die Ökologisierung der Tierzucht und die Integration nachhaltiger Tierhaltungs- und insbesondere Beweidungssysteme zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit, der biologischen Vielfalt und der Tiergesundheit. Ergänzend ist sie als Mediatorin in den Spannungsfeldern Ökonomie und Tierschutz, Landwirtschaft und Naturschutz sowie der Wertschöpfungskette für tierische Produkte tätig.

Nach dem Vordiplom in Agrarwissenschaften studierte Anita Idel Tiermedizin, war Mitbegründerin der Arbeitsgemeinschaft Kritische Tiermedizin (AGKT) und begann ihre Tätigkeit als freiberufliche Autorin. Nach ihrer Approbation zur Tierärztin 1985 arbeitete sie in deutschen und französischen Landpraxen. 1991 war sie Mitbegründerin der Gesellschaft für ökologische Tierhaltung (GÖT) und wurde 1999 für ihre kritische Auseinandersetzung zur Kultur(-Geschichte) des Mensch-Tier-Verhältnisses promoviert. Sie führt zahlreiche Projekte zur Tiergesundheit und zum Tierwohl – auch im Ausland – durch und lehrt seit 2011 an der Leuphana Universität Lüneburg im Bereich „Welternährung und Nachhaltigkeit – im Kontext von Ressourcennutzung und Klimawandel”.

Dr. Idel hat sich in besonders vielfältiger Weise um Aufklärung im Bereich der Gentechnik verdient gemacht. Sie leistete bereits 1984 – 1987 wissenschaftliche Zuarbeit für die Enquete-Kommission „Chancen und Risiken der Gentechnik“ und war von 1997 – 1999 Mitglied der Enquete-Kommission Gentechnik des Schleswig-Holsteinischen Landtages. Sie ist Mitbegründerin des Gen-ethischen Informationsdienstes, GID, (1985), des Gen-ethischen Netzwerkes, GeN (1986) und seit 1986 Lehrbeauftragte an der Universität Kassel für „Ökologische, tiergesundheitliche und sozioökonomische Auswirkungen der Agrogentechnik“. Seitdem engagiert sich Anita Idel auch in der Lehrerfortbildung zum Thema „Gentechnik“ und erstellt Schulmaterial – zuletzt konzipierte sie die Lehrerseiten auf www.schule-und-gentechnik.de/lehrer.html (online seit 2012).

Mit ihrem viel beachteten Buch „Die Kuh ist kein Klimakiller“, das im August 2012 in vierter Auflage im Metropolis Verlag erschienen ist, leistet Dr. Idel einen sehr wichtigen Beitrag zur aktuellen Nachhaltigkeitsdebatte: Sie diskutiert die Unterschiedlichkeit von Agrarsystemen und verdeutlicht die Potenziale nachhaltiger Tierhaltung für die Welternährung. In den Fokus stellt sie mit den „globalen Landschaftsgärtnern“ den Beitrag der Rinder zur Bodenfruchtbarkeit – bis zur und seit der Sesshaftwerdung des Menschen. Entgegen der gängigen Wachstumsrhetorik erhält die Diskussion über die Naturschutzziele im Agrarraum dadurch im Hinblick auf die Erhaltung der Biodiversität und die primärästhetische Qualität der Landschaft eine neue Dimension.

Die Autorin liefert in ihrem preisgekrönten Werk in sehr unterhaltsamer Weise eine Fülle fundierter Fakten und Denkanstöße und damit ein besonders überzeugendes Plädoyer für den Erhalt des artenreichen Grünlands – für nachhaltigen Natur- und Klimaschutz!

Dokument: Frau Dr. Idel-Die Kuh ist kein Klimakiller

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