Gewinner Zweiter Hauptpreis 2011: Bertram Verhaag

Bertram_Verhaag

Bertram Verhaag, freien Journalisten und Dokumentarfilmer

Seit über 30 Jahren dreht Bertram Verhaag zusammen mit Claus Strigel im Rahmen der eigenen Produktionsfirma DENKmal-Film Dokumentarfilme. In den drei Jahrzehnten entstanden etwa 120 Filme, darunter acht abendfüllende Kinoproduktionen. Konsequent, beharrlich und nachhaltig fühlen sich beide als Produzenten, Autoren und Regisseure ausschließlich politischen, umweltpolitischen oder sozialen Themen verpflichtet.

Verhaag konzentriert sich dabei auf Filme zur demokratischen Kultur und „Erziehung“ im weitesten Sinne. Indem er Menschen in den Mittelpunkt seiner Filme stellt und portraitiert, die sich bei gesellschaftlichen Fragen einmischen, hofft er, mit seinen Filmen anderen Mut zu machen. Niemand sollte sich ohnmächtig dem Dogma unterwerfen „da kann man sowieso nichts machen“.

So sind in den letzten zehn Jahren unter eigener Regie und Produktion neun Filme zum Thema Gentechnik entstanden, die dazu ermutigen sollen, sich politisch und gesellschaftlich zu engagieren.

Sein Film „Gekaufte Wahrheit – Gentechnik im Magnetfeld des Geldes“ ist ein dokumentarischer Thriller zum Thema Gentechnik und die Freiheit der Wissenschaft. Er zeigt das Schicksal von Wissenschaftlern, die im Bereich Gentechnik forschen und nach Veröffentlichung gentechnisch kritischer Artikel mit Rufmord und Entzug ihrer Forschungsmittel hart bestraft werden. Aussagen von Wissenschaftlern belegen, dass 95 Prozent der Forscher im Bereich Gentechnik von der Industrie bezahlt werden. Nur fünf Prozent sind unabhängig. Die große Gefahr für Meinungsfreiheit und Demokratie ist für Verhaag offensichtlich. Für Ihn stellt sich die Frage: Kann die Öffentlichkeit – können wir alle – den Wissenschaftlern noch trauen.

Verhaags Film „Leben außer Kontrolle“ (2004) wurde in wenigen Monaten zum Standardwerk über die Gentechnik. In einer Rundreise um den Erdball wird dem Zuschauer vor Augen geführt, dass es sich bei der Gentechnik in der Landwirtschaft nicht um eine Weiterentwicklung der konventionellen Züchtung, sondern um ein hochriskantes Unterfangen ohne demokratische Legitimation handelt. „Leben außer Kontrolle“ ist seit sechs Jahren ungebrochen ein DVD-„Renner“ und wird von Privatpersonen, Schulen, Jugendorganisationen, Bund Naturschutz oder politischen Parteien als Informations- und Motivationsfilm eingesetzt. In Bayern arbeiten die Lehrer erfolgreich mit 2000 DVDs des Films plus pädagogischem Informations- und Schulmaterial.

Verhaag und seine Mitstreiter sind überzeugt: Trotz Quotendruck kann man Dokumentarfilme übers Kino und Fernsehen einem breiten Publikum zugänglich machen, indem man den Zuschauer nicht nur mit Informationen erschlägt, sondern sie mit den Protagonisten fühlen lässt. Viele Internationale Auszeichnungen zeigen den Erfolg: Neun Preise für „Leben außer Kontrolle“, zwei Preise für „Percy Schmeiser – David gegen Monsanto“ und bereits sieben Preise und 42 Festivaleinladungen für „Gekaufte Wahrheit“.

Trailer: Gekaufte Wahrheit – Gentechnik im Magnetfeld des Geldes

Gekaufte Wahrheit – 12-minütige Zusammenfassung (Kinolänge 90 min)

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