Gewinner Sonderpreis 2011: Redaktion der Fachzeitschrift Gen-ethischer Informationsdienst

Gen-ethischer Informationsdienst

Der Gen-ethische Informationsdienst GID wurde 1985 als Informationsdienst für diejenigen Gruppen gegründet, die sich kritisch mit den Entwicklungen in der Gen- und Biotechnologie befassen. Ziel des Redaktionsteams war es, den Aufbau dieser Gentechnik-Gruppen in der Bundesrepublik zu unterstützen, beispielsweise durch Terminankündigungen, Presseübersichten, Literaturhinweise, Gruppenvorstellungen sowie Unterstützungsaufrufen bei Aktionen und Recherchen.

Dabei verdient der ursprüngliche Vertriebsweg eine Erwähnung: Eine Ausgabe kostete 3,50 DM und die Redaktion war der Meinung, „wer abonniert, sollte alle sich bietenden Möglichkeiten nutzen, zum Nulltarif zu fotokopieren“, um für eine weitere Verbreitung zu sorgen.

Das war im Februar 1985. Der GID hatte einen Umfang von fünf DIN A4-Seiten und vorgesehen war eine monatliche Erscheinungsweise.

Heute, mehr als 25 Jahre später, erscheint der GID alle zwei Monate mit durchschnittlich 50 Seiten plus eine jährliche Extraausgabe. Das ist nur möglich, weil die Redaktion strikt aussortiert. Gen- und Biotechnologien finden sich in vielen Situationen des Alltags. Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Redakteure in der Tagespresse nicht auf Artikel stoßen wie „Gen für […] gefunden“ oder„gentechnisch veränderte Spuren in Maissaatgut gefunden“.

Über viele Neuigkeiten und Geschichten dieser Art wird zwar auch in anderen Medien berichtet. Allerdings nach Ansicht der GID-Verantwortlichen oft genug eben nur berichtet. Die GID-Redakteure müssen mit Bedauern feststellen, dass die Informationen zu häufig nur im Sinne interessierter Kreise – Mainstream-Wissenschaft, Wirtschafts-Unternehmen und -Verbände, sowie Politik und Verwaltung – vermittelt werden oder erst mit erheblicher Verspätung in den großen, überregionalen und etablierten Medien behandelt werden.

An dieser Stelle schlägt nach Ansicht der Redaktion die Stunde derjenigen Medien, die sich bis heute als Teil einer Gegenöffentlichkeit verstehen. Sie stellen gerade in Bereichen der Risikotechnologien Seismographen für neue Entwicklungen dar. Der Gen-ethische Informationsdienst und seine Redaktion sehen sich als Teil dieser Tradition.

Neben der Möglichkeit, frühzeitig über neue Entwicklungen zu berichten, bietet der GID mit seinem Format zudem die Möglichkeit, Themen aus den Bereichen Agro-Gentechnik, Reproduktions- und Biotechnologien detaillierter aufzuarbeiten, als dies in den meisten anderen Printmedien der Fall ist. Der GID versteht sich hier auch als Übersetzer von Expertenwissen.

Auf dem Foto sind einige Mitglieder der Redaktion der Fachzeitschrift Gen-ethischer Informationsdienst zu sehen. Unten von links nach rechts: Christoph Schulz, Christof Potthof und Uta Wagenmann; oben von links nach rechts: Uwe Wendling, Susanne Schultz sowie Theresia Scheierling.

Schreibe einen Kommentar